Unser Thema heute:
„Pornografie im Netz“

Das Internet ist heute die vorherrschende Quelle für pornografisches Material. Der
Zugang ist einfach: Eine schnelle Internetverbindung und schon können (auch)
Jugendliche anonym (Anonymity), kostengünstig (Affordabilitiy) sowie ohne große
Hürden und Hemmschwellen (Accessibility) Pornografie konsumieren.
Aktuellen Studien zufolge haben mindestens 60 – 80 % der Jugendlichen ab 13 Jahren
Erfahrungen mit (Internet-)Pornografie gemacht. Dabei konsumieren generell Jungen
sehr viel häufiger Pornografie als Mädchen.

Was macht den Reiz für Jugendliche aus?

 Für Jugendliche in der Pubertät beginnt die Suche nach ihrer sexuellen Identität.
Erste Liebesbeziehungen, die Auseinandersetzung mit gleichgeschlechtlichen
Orientierungen, die Unsicherheiten rund um die ersten sexuellen Erfahrungen … –
Jugendliche erleben in dieser Zeit viele „erste Male“ und suchen Antworten zu
ihren häufig als peinlich empfundenen Fragen auch und vor allem im Internet.
 Jungen nutzen Pornografie häufig im Kreise Gleichaltriger und beziehen ihren
Gruppenstatus u.a. auch aus ihren Kenntnissen zum Thema („Mitreden können“).
 Auch Neugierde, das Überschreiten von Grenzen, etwas „Aufregendes“ erleben,
der Wunsch nach Ablenkung, Protest und Abgrenzung spielen eine große Rolle.

Warum ist Pornografie für die Entwicklung von Jugendlichen gefährlich?

Obwohl Pornofilme nichts mit realer Sexualität zu tun haben, sondern inszenierte
Produkte sind, schafft Pornografie sexuelle Normvorstellungen, die an der sexuellen
Wirklichkeit vorbeigehen und zu Problemen führen können, z.B.:
 Leistungs- und Perfektionsdruck (der stets potente Mann / die stets willige Frau)
 Wertewelt (der dominante Mann / die unterwürfige Frau / die Reduzierung der
Frau zum Sexualobjekt)
 Unzufriedenheit mit eigenem Körper (Body-Modification)
 Einfluss auf sexuelle Verhaltensweisen (unabhängig von eigenen Wünschen)
 Beeinträchtigung der Individualität

Tipps für Eltern:

Je mehr Basiswissen über das Thema Sexualität vorhanden ist , je größer der positive
Zugang zum eigenen Körper und zu den eigenen Emotionen ist, je besser der Umgang
mit Medien gelernt wurde und je mehr professionelle Informationsquellen zum Thema
Sexualität erlaubt und angeboten werden, desto weniger werden sich Jugendliche in ihrer
sexuellen Entwicklung beeinträchtigt zeigen! Helfen Sie Ihren Kindern dadurch,
pornografische Inhalte eigenständig als das einzuordnen, was sie sind: Reine Fiktion!

Mehr Infos zum Thema finden Sie unter anderem unter: www.klicksafe.de und unter
www.saferinternet.at

jugendschutz 3.0 ist eine gemeinsame Informationsreihe der Waldhaus-
Jugendreferate der Schönbuchgemeinden. Für Anregungen und Themenvorschläge
wenden Sie sich bitte an das Jugendreferat

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